Chronik

Chronik der Tischtennisabteilung


Die Anfänge

Die Tischtennisabteilung wurde im Jahre 1927 unter der Leitung von Eberhard Peine gegründet und die Hamburger Brüder Paul und Heinz Benthien und ihr Mitstreiter Erich Deisler waren ihre ersten Protagonisten.

Paul Benthien wurde 1933 Deutscher Einzelmeister. Erich Deisler machte es ihm 1934 nach und erreichte 1936 noch einmal das Endspiel. Heinz Benthien schließlich wurde 1944 Deutscher Meister im Herreneinzel, nachdem er ein Jahr zuvor im Endspiel unterlag.
1937 und 1938 wurde der HSV Deutscher Mannschaftsmeister (Aufstellung: P. & H. Benthien, Dr. Deisler, Küver, Perl, Hell und Stehr) !
Den Titel-Hattrick verhinderte 1939 der Post SV Wien, der praktisch die komplette österreichische Nationalmannschaft stellte.
ln den Vorkriegsjahren gewannen wir elf Hamburger Mannschaftsmeisterschaften und sechs Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaften. Elfmal trugen sich HSVer in die Ehrentafel des Hamburger Einzelmeisters ein, darunter zweimal der bislang noch ungenannte Manfred Bremer.

Die Tischtennisabteilung des HSV spielte in dieser Zeit eine überragende Rolle im nationalen Tischtennis. Dies belegen die rund einhundert Berufungen unserer Spieler in die Deutsche Ländermannschaft.

Die Benthiens und Deisler spielten zeitlebens für keinen anderen Verein als den HSV und Paul Benthien wurde 1975 Präsident des ehrwürdigen Hauptvereins.

Die 50er und 60er Jahre

Im Jahre 1950 lockten die HSV-Tischtennisspieler rund 800 Zuschauer zu einem Freundschaftsspiel gegen Schwedens Spitzenspieler und markierten somit einen neuen Rekord für unsere Sportart in Norddeutschland.
Doch die sportlichen Erfolge der Vorkriegszeit konnten nicht wiederholt werden und einige Jahre lang waren wir nicht mehr in der höchsten Klasse vertreten.
Ein Lichtblick waren die Damen, die durch die Deutsche Meisterin Ursula Paulsen erhebliche Verstärkung bekamen. Ulla gewann im Trikot des HSV vier Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften und unter Kurt Manko, der die Abteilung seit 1960 leitete, ging es schließlich auch mit den Herren wieder bergauf.

Wir erreichten die Oberliga Nord, die damals höchste deutsche Spielklasse 1963, in der aus dem Stand ein dritter Platz erreicht wurde. Der "ewige" Stadtrivale Rot-Weiß wurde kräftig ausgezählt und musste auch bei den Hamburger Titelkämpfen die Überlegenheit der HSVer anerkennen. Der Anschluss an die Spitze war also wieder hergestellt.

1964 übernahm Wolfgang Wölfen die Abteilung. Im selben Jahr stieß der Moerfeldener Nationalspieler Dieter Michalek zu uns. Er und seine Mitstreiter Dieter Czichowski (ebenfalls Nationalspieler), Heinz Niemeyer, Siegfried Budzisz, Werner Faden und Hermann Gerdes wurden 1964 hinter dem VfL Osnabrück Norddeutscher Vizemeister. Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften erreichten sie Platz 3 und Michalek wurde zum zweiten Male deutscher Vizemeister. Im Endspiel unterlag er Eberhard Schöler.

Auf Hamburger Ebene räumten Niemeyer, Gerdes und Faden alle Titel ab, die es zu gewinnen gab.

Ende des Spieljahres kam es dann zu größeren personellen Veränderungen.
Czichowski, Faden, Spengler, Steiger, Krützfeld und Wulf bildeten fortan die Oberligamannschaft, die 1967 durch den westdeutschen Spitzenspieler Heinz Goer komplettiert wurde.

Die 70er Jahre:

Die 1. Damen mit ihren Spitzenspielerinnen Mieke Jenisch und Almuth Stöhr spielte Anfang der Siebziger Jahre in der Stadtliga und wurden in der Spielserie 1970/71 und 1971/72 nacheinander Hamburger Einzel- und gemeinsam Doppelmeisterinnen.

Bei den Herren präsentierte der Hamburger SV 1971 unter der Regie des Abteilungsleiters Klaus Hübner eine neu formierte Spitzenmannschaft, die in der Aufstellung Goer, Meyer, Schoon, Janitz, Weiß und Jenisch 1972 Norddeutscher Mannschaftsmeister wurde.
Doch kaum dass man sich ausreichend gefreut hatte, brach die Mannschaft wegen berufsbedingter Umzüge auseinander. Letztlich standen 1973 nur noch Janitz und Czichowski zur Verfügung. Dieser personelle Aderlass führte zum sportlichen Abstieg.

In den Folgejahren gehörte die Herrenmannschaft von 1973 bis 1977 der Stadtliga an, wobei die heute noch für den HSV spielenden Manfred Mitrowan (er übernahm die Abteilung 1972) und Karsten Wendt die Erste verstärkten. Dirk Schubert kam 1974 hinzu. Trotz dieser Personalien ging es mit der ersten Herrenmannschaft 1977 weiter abwärts.


Die 80er und 90er Jahre:

Ihren Tiefpunkt erreichte die 1. Herrenmannschaft in der Saison 1981/82, als sie nur noch in der Bezirksliga spielte. Der harte Kern der Abteilung, bestehend aus Manfred Mitrowan, Karsten Wendt und Jugendwart Valentin Mandelkow beschloss dies zu ändern und baute eine neue Mannschaft auf.
Mit dem Engländer Clinton Heath, Uwe Cords und dem aus Berlin zurückgekehrten Dr. Dirk Schubert begann also eine neue Ära und 1985 wurde die Oberliga Nord (nunmehr die dritthöchste Liga) endlich wieder erreicht, konnte jedoch zunächst nicht gehalten werden. Nach einem kurzen Intermezzo in der Hamburg-Liga schaffte das verjüngte Team um Hartmut Schulze, Nils Plathe, Uwe Cords, Torsten Schiddrigkeit, Dieter Boretius und Werner Faden dann 1987 den Wiederaufstieg.
Henning Fraas stieß 1988 zur Abteilungsleitung und fungiert bis heute als Sportwart.
In den Folgejahren wuchs die 1. Herren wieder zur erfolgreichsten Tischtennismannschaft Hamburgs heran.
In dieser Zeit kamen unter anderem Axel Kaiser, Markus Fürst und Alexander Oltmann zum HSV und bildeten gemeinsam mit Matthias Busch, Thorsten Kroll und Nils Plathe eine spielstarke und fröhliche Schüler- und Studententruppe, die in der Oberliga (inzwischen nur noch die vierthöchste Liga) gut mithalten konnte.

Im Spieljahr 1991/92 gelang der 1. Mannschaft in der Besetzung Oltmann, Schulze, Kaiser, Fürst, Plathe, Philipp Frark und „Piet“ Arp - für viele überraschend – der Aufstieg in die erst vor kurzem wiedererschaffene Regionalliga, in der man sich schnell akklimatisierte. Spitzenspieler Alex verließ zwar 1994 den Klub, um Zweitligaluft zu schnuppern, doch zum Abschied gewann er noch gemeinsam mit Partner Günther Kuschmierz den ersten norddeutschen Doppeltitel für den HSV nach mehr als zwanzigjähriger Durststrecke.
In den folgenden Jahren wurde die Mannschaft zum Anziehungspunkt vieler junger und ehrgeiziger Spieler aus Hamburg und Norddeutschland.
Ende der Neunziger schaffte die Mannschaft den Anschluss an die Spitzengruppe der Regionalliga. Hierfür sorgte unter anderem auch Ex-Erstligaspieler Joseph Hong, der Anfang 2000 Hamburger Meister wurde. Florian Ihde, der bereits von 1994 bis 1996 für den HSV im Einsatz war, kehrte zurück.
Highlight der Saison 99/2000 war das Spiel unserer 1. Herren gegen die Deutsche Nationalmannschaft, die mit Welt- und Europameister Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner in der Sporthalle Tegelsbarg antrat. Für den HSV gaben Hong, Ihde, Dirk Warwel und Mirco Albers ihr Bestes (was aber nicht ganz reichte). Die 800 Zuschauer waren dennoch begeistert.

Die Jugendabteilung wurde in den 60er Jahren von Kurt Manko, später von Henning Hinsch (70er), Bodo Fischer (80er), David Schröder (90er) und Werner Lüder (bis 2011), geleitet.

Bei den Senioren brach Werner Faden alle Rekorde: Alleine von 1984 bis 1989 gewann er fünfmal das Senioreneinzel.
Unser langjähriger Abteilungsleiter Manfred Mitrowan hat als Senior bei Verbands – und Regionalmeisterschaften ebenfalls eine Flut von Medaillen gewonnen, 2013 wurde er zum neunten Male Hamburger Meister im Senioren-Einzel, norddeutscher Meister wurde er insgesamt zwölfmal. 2012 wurde er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften. Bei den Senioren-Weltmeisterschaften erreichte er einmal das Achtelfinale und 2008 in Rio sogar das Viertelfinale. Im Senioren-Doppel wurde er gemeinsam mit Ernst Junker Vizeeuropameister im Herrendoppel.
Manfred hat dem Ansehen des HSV weithin gedient und ist für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mit der Ehrenmitgliedschaft des HSV und der goldenen Ehrennadel des Klubs ausgezeichnet worden.

Die frühen 2000er Jahre: Aufstieg in die 2. Bundesliga

Für das Spieljahr 2000/01 konnten wir Claus Pedersen und Oliver Alke verpflichten. Im Rautentrikot wurde Olli dreifacher Hamburger Meister und auch von den Norddeutschen Titelkämpfen kam er mit drei Goldmedaillen nach Hause. Mit der Frischzellenkur stieg die Mannschaft 2001 in die 2. Bundesliga auf und verstärkte sich mit dem Delmenhorster Abwehrspezialisten Thomas Schröder.
Die Mannschaft war also endlich wieder in der (zweiten) Bundesliga angekommen und es war ein guter Zeitpunkt , als Manfred Mitrowan, die Leitung der Abteilung nach fast dreißig Jahren an Florian Ihde abgab.

Florian konnte weitere hervorragende Spieler für den HSV gewinnen. Er selbst verstärkte die zweite Mannschaft, mit der es ihm gelang bis in die Regionalliga Nord aufzusteigen.

Im Jahre 2001 startete der HSV mit den Spielern Alke, Schröder und Pedersen in der zweiten Liga und belegte einen Mittelplatz. Zur Saison 2002/03 kam Wang Yangsheng hinzu, später folgte Kay-Andrew Greil.
Mit "Wangi" gewann der HSV die Pokalrunde der 2. Bundesliga und sicherte uns damit einen Platz im Hauptfeld des Pokalwettbewerbs. Hier traf man am 10.10.03 auf den Bundesligisten TTC Jülich.
Diese Partie ging zwar verloren, fand aber trotz der Niederlage großen Anklang bei den rund 400 tischtennisverrückten Zuschauern.

2007 folgte ein trauriger Einschnitt. Der HSV trug sein letztes Spiel in der 2. Bundesliga Nord aus. Gegen den SV Werder Bremen trennten wir uns 8 : 8.
Werder stieg in die 1. Bundesliga auf, und die Zweitliga-Zugehörigkeit des HSV endete nach sechs erfolgreichen Jahren, weil der Vereinsvorstand die Mannschaft aus finanziellen Gründen zurückzog. In Hamburg hat es seitdem kein Bundesligatischtennis mehr gegeben, und die erste Mannschaft spielt seitdem wieder in der Regionalliga.

Florian Ihde hat den HSV umzugsbedingt im Jahre 2010 erlassen, und sein Nachfolger für zwei Jahre wurde Karsten Wendt. Karsten bemühte sich besonders um den Jugendbereich und die 2. Herrenmannschaft, die in einem denkwürdigen Aufstiegsspiel sensationell die Oberliga erreichte, dann aber auf dem Absatz kehrt machte und sofort wieder abstieg.
Außerdem musste sich Karsten um die aufgetretene Hallenproblematik kümmern, denn die Hamburger Schulbehörde hatte die von uns genutzte Sporthalle Loogestraße sperren und abreißen lassen. Die neuerrichtete Halle wurde 2013 fertiggestellt, aber der HSV erhielt trotz einer dreifach größeren Halle bislang kein Nutzungsrecht, was uns angesichts des sicheren Abrisses unseres jetzigen Spielorts in der Erikastraße besonders hart trifft.

2011 bis 2015:

Die Herren landeten in den vergangenen Jahren meist in der oberen Tabellenhälfte der Regionalliga und waren Hamburgs beste Tischtennis-Herrenmannschaft.
Alexander Kellert wurde 2011 Norddeutscher Meister im Herren-Doppel, Alexander Oltmann erreichte Platz drei im Einzel und qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften. Unser Spitzenspieler Fabian Moritz wurde 2013 Hamburger Meister in einer Veranstaltung, die ab dem Halbfinale zu einer reinen Vereinsmeisterschaft des HSV wurde. Überlegener ging es nicht. Fabian wurde 2013 außerdem Norddeutscher Meister im Doppel und vertrat ebenfalls die schwarz-weiß-blauen Farben bei den Nationalen Deutschen Meisterschaften.

Die erste Mannschaft wurde 2013/2014 Meister in der Regionalliga.

Nach mehreren Wechseln an der Spitze des Amateurvorstandes musste die Erste Herrenmannschaft aus der Regionalliga zurückziehen. Ein großer Teil der Spieler verließ den Verein.

2015 bis heute:

Seit dem Jahr 2015 geht es mit der Tischtennis-Abteilung wieder aufwärts. Mit der Aufstellung Kostka, Busse, Fraas, Mangels, Storr, Hoffhenke, Wendt, Caspari und Gedig erkämpfte sich die 1. Herren des HSV Mitte 2016 mit viel Teamgeist den Aufstieg und damit die Rückkehr in die Landesliga. Alexander Kostka übernahm die Abteilungsleitung. Auch in der Landesliga spielt der HSV wieder oben mit und peilt wiederum den Aufstieg an.


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